Frieslande

Karte Sprachgebiete (zum vergrößern anclicken)Das einstige Siedlungsgebiet der Friesen zwischen Rhein und Weser war vielleicht ursprünglich eine zusammenhängende Region. Früh drang das Meer aber mit tiefen Einschnitten ins Land vor, die durch Sturmfluten im Laufe des Mittelalters noch vergrößert wurden. Einige Gebiete wie die Region westlich der Zuiderzee und das Land um Groningen gaben zudem im Laufe der Zeit ihren friesischen Charakter auf. Heute gibt es drei Frieslande:

Spätestens seit dem Ende des Mittelalters gingen die nun bestehenden drei Frieslande eigene Wege. Sie gehörten auch zu unterschiedlichen Staaten. Die deutsch-niederländische Grenze erhielt 1648 staatsrechtliche Bedeutung. Eine Momentaufnahme von der Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt folgendes Bild: Das westerlauwerssche Friesland nahm teil an den Geschicken der Niederlande. Ostfriesland gehörte zum Königreich Hannover. Nordfriesland war als Teil des Herzogtums Schleswig mit dem dänischen Gesamtstaat verbunden, einzelne Gebiete gehörten sogar unmittelbar zum Königreich Dänemark. Helgoland schließlich befand sich unter englischer Hoheit.
So entstanden ganz unterschiedliche politische, wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Bedingungen. Auch die friesische Sprache war diesen Einflüssen ausgesetzt und entwickelte sich in ihren "Zweigen" sehr verschiedenartig. Dass etwa Nordfriesisch und Westfriesisch auf einen gemeinsamen "Stamm" zurückgehen, können heute nur Sprachwissenschaftler erkennen. Eine Verständigung von Nord- und Westfriesen auf Friesisch ist nur möglich, wenn man sich intensiv mit dem jeweils anderen "Zweig" beschäftigt hat.

Munske 2001, Steensen 1990 u. 2001b/e.
Thomas Steensen: Die Friesen und die Frieslande. In: Die Frieslande, Bräist/Bredstedt 2006.








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