Dunsum Oldsum Utersum Witsum Nieblum Süderende Borgsum Alkersum Midlum Oevenum Wrixum Wyk

Föhr

(Feer) Die Insel Föhr liegt im nordfriesischen Wattenmeer umrahmt von der Insel Sylt im Norden, der Insel Amrum im Westen und der Hallig Langeneß im Süden. Mit rund 83 Quadratkilometern Fläche und 10 840 Einwohnern (2007) ist sie die zweitgrößte nordfriesische Insel. Ihr Beiname "Grüne Insel" verrät, dass die Landschaftsverhältnisse hier im geschützten Wattenmeerbereich anders sind als auf den Vorposten Amrum und Sylt.
Föhr teilt sich in zwei ähnlich große Flächen. Die Südhälfte besteht aus eiszeitlicher Geest, der Norden aus vom Meer angeschwemmter Marsch. Im 16. Jahrhundert wurde dort der Föhrer Marschkoog mit einem etwa 23 Kilometer langen Deich umgeben. Auf der Trennlinie, dem Geestrand, liegen von Ost nach West die Orte Boldixum, Wrixum, Oevenum, Midlum, Nieblum, Goting und Alkersum. Von hier, aus sicherer Höhe, bewirtschaftete man die häufig überschwemmten Weideflächen und die sechs Vogelkojen, deren erste 1730 in der Oevenumer Marsch entstand. 130 landwirtschaftliche Betriebe prägen bis heute die Landschaft und das Inselleben mit.
Der Haupt- und Hafenort Wyk ist das älteste Seebad an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste (gegründet 1819), doch gleichzeitig die jüngste der 16 Föhrer Ortschaften. 1611 erstmals urkundlich erwähnt, erlebte Wyk 1842-47 seine "Königsjahre", als Christian VIII. (1786-1848) von Dänemark hier seine Sommerresidenz bezog. Verheerende Brände brachten 1857 und 1869 große Rückschläge in der Entwicklung des Nordseeheilbads.
Auf dem Kirchhof der Sankt Johannis-Kirche von Nieblum sind, wie in Sankt Laurentii in Süderende oder in Keitum auf Sylt sowie in Nebel auf Amrum, denkmalgeschützte Grabsteine zu finden, die in schmuckvoller Weise der Verstorbenen gedenken. Nördlich von Borgsum erhebt sich aus der flachen Marsch die Lembecksburg, ein weithin sichtbarer Ringwall von etwa sieben Metern Höhe und einem Durchmesser von beinahe 100 Metern. Nach einer mittelalterlichen Sage soll sich hier der Ritter Klaus Lembeck mit List einer Belagerung durch königlich-dänische Truppen entzogen haben.
Auch in politischer Hinsicht war Föhr bis 1864 zweigeteilt. Die Landschaft Osterland-Föhr mit den Dörfern Alkersum, Boldixum, Midlum, Nieblum, Oevenum, Wrixum und dem Flecken Wyk auf Föhr unterstand dem Herzogtum Schleswig. Westerland-Föhr mit den Ortschaften Borgsum, Dunsum, Goting, Hedehusum, Oldsum-Klintum, Süderende, Toftum, Utersum und Witsum war eine reichsdänische Enklave.
Neben Hochdeutsch und Plattdeutsch sprechen auf der Insel etwa 2 000 Menschen Fering, das Föhrer Friesisch. Der Föhrer Heimatverein Fering Ferian ist Teil der friesischen Bewegung. Ein bedeutendes Kulturgut stellt die Föhrer Frauentracht dar. Sie entstand in der heutigen Form aus dunklen Stoffen und weißer Schürze vor etwa 150 Jahren. Der schwäbische Arzt Carl Haeberlin (1870-1954), der um 1900 nach Föhr kam, war treibende Kraft bei der Einrichtung eines Friesenmuseums in Wyk, das heute seinen Namen trägt. In Alkersum befindet sich die Ferring-Stiftung. Sie wurde 1988 von dem Föhringer Mediziner und Pharmaunternehmer Frederik Paulsen (1909-1997) gegründet und dient u. a. der Erhaltung friesischer Sprache und Kultur auf der Insel.

Hansen/Hansen 1971, Tholund 2000b.








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