Enge-Sande

(fries. für Enge: Ding [D'Ing]; dän.-mundartlich: æ Æng, niederdeutsch: Eng; fries. für Sande: de Sönj, dän.-mundartlich: æ Sanj, niederdeutsch: de Sand) Die Ortsnamen bezeichnen ein Wiesen- und Sandgebiet. Die Gemeinde Enge-Sande mit ihren sechs Ortsteilen Enge, Engerheide, Knorburg, Sande, Schardebüll und Soholm liegt rund elf Kilometer südöstlich von Niebüll im Amt Südtondern. Klyntryngengi, damals in enger Verbindung mit dem Nachbardorf Klintum gesehen, wurde 1352 erstmals urkundlich erwähnt, Uppedemesande erst ein Jahrhundert später (1452). Funde aus der Jungsteinzeit sowie aus der Eisenzeit belegen eine vor- und frühgeschichtliche Besiedlung des Gebiets. Die backsteinerne Katharinenkirche in Enge stammt aus dem 13. Jahrhundert. Vom Ursprungsbau existiert nur noch die Ostwand eines kleinen Kastenchores. 1779 schuf der Maler Hinrich Melchert Sönnichsen auf der Holzdecke des Kirchenschiffs ein Bild von der Südansicht des damaligen Dorfes Enge. Er schmückte auch den Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert mit Malereien.
In einer Woge der Entrüstung wurden zu Beginn der 1970er Jahre im Rahmen einer Gebietsreform sechs Dörfer zur Gemeinde Enge-Sande zusammengeschlossen. Sie hat 1 1145 Einwohner (2008) auf einer Fläche von 2 482 Hektar. 20 landwirtschaftliche Betriebe nutzen rund 1 600 Hektar. Weitere Arbeitsplätze bieten ein Gewerbegebiet in Sande sowie die Marine, die ein Munitionsdepot unterhält. Die 80 Zivilangestellten werden nach Einrichtung einer Flugkörper-Teststation Zuwachs erhalten. Das Straßendorf besitzt keinen Kern, doch säumen stilvolle Reetdachhäuser den Verlauf der Bundesstraße 5. Im Ort gibt es nahezu alle Versorgungseinrichtungen für den täglichen Bedarf sowie eine Grundschule und einen Kindergarten.

Carsten Block: Enge-Sande, 2 Bde. Kopie u. a. im Nordfriisk Instituut.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 21.3.2003.








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