Emmelsbüll-Horsbüll

(fries.: Ämesbel-Horbel, dän.-mundartlich: Æmesbøl-Hosbøl) Die Gemeinde im Amt Südtondern liegt rund zehn Kilometer nordwestlich von Niebüll. Horsbyll wurde als Siedlung im frühen 15. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, gab aber auch der bereits 1231 genannten Horsæbüheret (Horsbüllharde) ihren Namen. Der Ortsname ist vermutlich als "Siedlung mit Pferden" zu deuten. Emptesbul, die "Siedlung des Emme oder Eme", wurde erstmals 1462 im Zinsbuch des Bischofs zu Schleswig erwähnt. Funde aus der römischen Kaiserzeit (um Chr. Geb. - 400 n. Chr.), aus der Völkerwanderungszeit (4./5. Jahrhundert) und aus dem frühen Mittelalter (6.-11. Jahrhundert) bezeugen eine kontinuierliche Besiedlung der Emmelsbüller Marsch, die über Jahrhunderte nur auf ?Warften erfolgen konnte. Ein Beispiel bietet die Warft Toftum, der Sitz der 1480 geadelten Familie Froddesen. Heute steht hier ein landwirtschaftlicher Hof aus dem Jahr 1761. Die Emmelsbüller Kirche wurde 1768 erbaut. Als Besonderheit besitzt sie vor dem Norderportal einen Trittstein mit eingeritzten Tierbildern aus dem 12./13. Jahrhundert. Das Pastorat wurde 1773 errichtet.
Die einst selbstständigen Ortschaften Emmelsbüll und Horsbüll schlossen sich 1974 zusammen und zählen auf 3 573 Hektar Gemeindefläche rund 950 Einwohner (2008). 45 landwirtschaftliche Betriebe bearbeiten 2 609 Hektar Agrarland. Eine Muschelfabrik beschäftigt rund 80 Mitarbeiter, die Miesmuscheln für den Export vorbereiten. Während das idyllische Alt-Horsbüll noch sehr landwirtschaftlich geprägt ist, bildete sich in Emmelsbüll ein Versorgungszentrum mit Kaufmann, Baumarkt, Kindergarten und Grundschule heraus. Kirche und Feuerwehr gibt es noch doppelt. Zur Erhöhung des Landesschutzdeiches im angrenzenden Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog wurde 2001/02 Füllmaterial aus der Emmelsbüll-Horsbüller Gemarkung entnommen. Die Baggerlöcher werden zukünftig als Bade- und Angelseen touristisch genutzt. Eine Seebadestelle bei Südwesthörn ist u. a. Ausgangspunkt für Wattwanderungen bis zur Insel Föhr.

Schleswig-Holstein Topographie, HN 14.3.2003.








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