Ellenbogen

(sylterfries.: Alemböög) heißt der nördlichste Zipfel der Insel Sylt und damit auch Deutschlands. Dieser dem menschlichen Körperteil gleichende Sandhaken gehört zur Gemeinde List und hat sich in seiner heutigen Gestalt erst in den letzten Jahrhunderten herausgebildet. Unter dem abgelagerten Sand befindet sich grober Kies, den man sonst auf der Insel nicht findet. Die am nordöstlichen Strandabschnitt freigespülten, nahezu faustgroßen Steine lassen den Schluss zu, dass der Untergrund eiszeitlichen Ursprungs ist. Seit rund 100 Jahren ist die Ellenbogenspitze nicht weiter nach Osten gewachsen. Nach Extremwetterlagen, wie z. B. Oststurm, kommt es manchmal zu erheblichen Landverlusten, die sich anschließend langsam wieder aufbauen. Die Nordostspitze Sylts bietet täglich das faszinierende Schauspiel des Zusammentreffens von offenem Meer und Wattenmeer. Mit jeder Tide fließen hier mehr als 500 Millionen Kubikmeter Wasser hin und her und rufen heftige Wirbel sowie lebensgefährliche Tiefenströmungen hervor. Die Nordwestecke des Ellenbogens wird auch Ostindienfahrerhuk genannt, denn viele Jahrzehnte lang lag dort das Wrack eines 1751 gestrandeten niederländischen Kauffahrteischiffes. Die fünf Kilometer lange Straße zur Ellenbogenspitze und zu der kleinen Ferienwohnanlage Üthörn befindet sich in Privatbesitz und kann gegen Entrichtung einer Mautgebühr befahren werden. Als Zufahrt zu den beiden Leuchttürmen sowie für Küstenschutzarbeiten erfüllt die Straße auch hoheitliche Aufgaben.

Andersen 1991, Möller 1916, Sawallich 1995.








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