Drelsdorf

(fries.: Trölstrup, Trelstrup, Trålstrup, Trelstoorp; dän.-mundartlich: Trælstrup; niederdt.: Drelsdörp, Drelstrup) Die Gemeinde im Amt Mittleres Nordfriesland liegt rund fünf Kilometer südöstlich von Bredstedt. 1352 wurde Threlstrup erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist vermutlich dänischer Herkunft und bedeutet „Dorf des Unfreien/Sklaven“.
Drelsdorf KircheIn Drelsdorf befindet sich der wohl bedeutendste voreiszeitliche Fundplatz Schleswig- Holsteins. Vor ungefähr 120 000 Jahren ließen hier lagernde Neandertaler zahlreiche Feuersteingeräte zurück. Außerdem wurde ein typischer Faustkeil aus jener Epoche gefunden. Siedlungsreste und Funde aus der mittleren Steinzeit (ca. 10000-4300 v. Chr.), Megalithgräber und Flintdolche aus der Jungsteinzeit, Grabhügel und Urnengräber aus der Bronzezeit sowie Funde aus der Eisenzeit belegen die kontinuierliche Anwesenheit von Menschen auf der nordfriesischen Geest. Im Westen des Ortes sind Reste des historischen Ochsenweges erhalten, der hier die Osterau überquerte.
Ältestes Gebäude ist die romanische Feldsteinkirche Sankt Marien und Sankt Johannis aus dem frühen 13. Jahrhundert. Sie ist reichhaltig ausgestaltet wie kaum eine andere Dorfkirche im Norden Schleswig-Holsteins. Das vierteilige Epitaph der Familie des Predigers Georg Bonnix inspirierte den Dichter Theodor Storm. Ein Bild zeigt den Sohn Heinrich, der 1656 im Alter von zehn Jahren ums Leben kam. Aquis incuria servi submersus – durch die Unachtsamkeit eines Knechtes ertrunken, lautet die Inschrift. Storm formte daraus seine Novelle „Aquis submersus“ (1876).
Drelsdorf besaß zwei Mühlen. Der erste „Holländer“ aus dem Jahre 1783 brannte 1829 ab. Der Nachfolgebau arbeitete bis 1947 als Windmühle, bis 1973 als elektrische Mühle. Seit 1979 dient er als Wohngebäude. Eine zweite Holländermühle wurde 1869 errichtet, brannte 1891 ab und wurde ersetzt. 1961 entfernte man die Mühlenkappe und die Flügel. 1888 entstand die Drelsdorfer Meiereigenossenschaft, die 1990 mit der Viöler Meierei fusionierte. Zwischen 1928 und 1943 besaß das Dorf einen Bahnhof auf der Nebenstrecke Bredstedt- Löwenstedt mit Anschluss an die Hauptbahn Elmshorn-Tondern und die Nebenbahn Husum- Flensburg.
Heute leben auf einer Fläche von 1 770 Hektar rund 1 300 Menschen (2008). 23 landwirtschaftliche Vollerwerbs- und vier Nebenerwerbsbetriebe bearbeiten rund 1 250 Hektar Land. 20 Gewerbebetriebe, ein Kindergarten sowie die Grund- und Hauptschule mit Turnhalle, Sportplätzen und einem Schwimmbad haben dauerhaften Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde. 15 Vereine und Kulturträger bilden Mittelpunkte der Geselligkeit. Als Tagungsort dienen der historische Drelsdorfer Krug, den bereits der Bredstedter Landvogt Christian Levsen im frühen 19. Jahrhundert als „Muster eines Wirtshauses auf dem Lande“ rühmte, sowie seit 2000 ein Dorfgemeinschaftshaus mit Feuerwehrtrakt.








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