Breklum

(fries.: Breklem) Die 1 006 Hektar große Gemeinde im Amt Mittleres Nordfriesland grenzt unmittelbar südlich an die Stadt Bredstedt. Sie wurde erstmals zwischen 1445 und 1450 als Brekeling erwähnt. Die Herkunft des Namens ist weitgehend unbekannt. Möglicherweise ist er mit dem dänischen Bregne (= Farnkraut) verwandt. Älteste Siedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit. Funde aus der Bronzezeit, Urnenfelder aus der Eisenzeit und Spuren aus der Wikingerzeit deuten auf eine kontinuierliche Besiedlung hin. Die heutige Gemeinde mit den Ortsteilen Breklumfeld, Breklumer Koog, Borsbüll, Borsbüllfeld, Riddorf und Riddorffeld hat 2 280 Einwohner (2008). Sie ist geprägt durch eine Vielzahl von Gewerbe-, Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben, fünf landwirtschaftliche Vollbetriebe bearbeiten rund 380 Hektar Land.
Eine weithin sichtbare Landmarke ist der hohe Turm der alten Hauptkirche der Nordergoesharde. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, besitzt einen profilierten Sockel, Rundbogenfenster und Doppelrundbogenfriese. Der 1741 erbaute Altar hat einen dreiteiligen, zweigeschossigen Spätbarockaufbau mit Säulen und Reliefs.
In besonderer Weise geprägt wurde das Dorf durch die 1876 von Pastor Christian Jensen (1839-1900) gegründete Missionsgesellschaft. Sie sandte Missionare und Pastoren vor allem nach Indien, Afrika, China, Papua-Neuguinea und Nordamerika aus. So unterhält Breklum noch heute weltweite Verbindungen, obwohl der Sitz des Nordelbischen Missionszentrums inzwischen nach Hamburg verlegt wurde. Die Gemeinde beherbergt aber weiterhin christliche Einrichtungen wie z. B. eine Seminarstätte und ein Sanatorium. Als Fachklinik für Psychiatrie und psychosomatische Krankheiten wirkt es weit über die Kreisgrenzen hinaus.
Breklum ist ein vergleichsweise „junges“ Dorf mit vielen Familien und Kindern und hat neben zwei Kindergärten auch eine Grund- und Hauptschule, Sportplätze, eine große Sporthalle und ein Freibad zu bieten.

Breklumer Chronik. Hrsg. von der Gemeinde Breklum. Bd. 1: Allgemeine Geschichte, Breklum 1989. Bd. 2: Kirche und Schule, Breklum 1990.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 27. 4. 2002.








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