Bordelum

(fries.: Boorlem, niederdeutsch: Borlum) Die Gemeinde im Amt Mittleres Nordfriesland liegt etwa zwei Kilometer nördlich von Bredstedt und hat 2 030 Einwohner (2006) auf einer Fläche von 3 471 Hektar. Sie besteht aus zehn Ortsteilen, von denen sich fünf von Südost nach Nordwest aneinanderreihen. Es sind dies die ehemals eigenständigen friesischen Dörfer Oster-Bordelum, Wester-Bordelum, Uphusum, Ebüll, Sterdebüll und Büttjebüll. Etwas nördlicher liegen Addebüll und Stollberg, im Osten Dörpum und Ost-Bordelumfeld. Bordelem bzw. Borthelum tauchte erstmals in Urkunden des 15. Jahrhunderts auf. Der Ortsname bedeutet „Erhebung am Rand“ und ist auf die Lage der Gemeinde am Geestrand zurückzuführen. Zu ihren Füßen liegen der Bordelumer, der Frau-Metten- und der Neue Sterdebüller Koog.
Das Gebiet war bereits seit der mittleren Steinzeit (ca. 10000 bis 4300 v. Chr.) bewohnt. Weitere Siedlungsreste und Funde stammen aus der Jungsteinzeit und aus der Eisenzeit. Reste des adeligen „Fru Metten Hofes“ aus dem 16. Jahrhundert sind in Uphusum zu finden. Die jetzige Kirche Sankt Nikolai stammt aus dem 17. Jahrhundert. Ihre Vorgängerin brannte 1629 ab. Zwischen der Kirche und Wester-Bordelum liegt am Fuße des Stollbergs eine Quelle. Ihr Wasser wurde noch im 19. Jahrhundert wegen seiner angeblichen Heilkraft bis nach Altona verkauft.
Rund 60 landwirtschaftliche Betriebe, hauptsächlich aus Dörpum, nutzen eine Fläche von rund 2 350 Hektar. Wohnen ist die ausgewiesene Hauptfunktion der Gesamtgemeinde, rund 400 Hektar Wald und Heide mit 30 ehemals bewirtschafteten Fischteichen laden im nördlichen Gebiet zur Erholung ein. Größter Arbeitgeber ist das Mutter-Kind-Kurheim Norderheide mit über 400 Betten und mehr als 100 Beschäftigten. Neben etwas Handwerk und Kleingewerbe weist Bordelum auch eine Grundschule und zwei Kindergärten auf. Die Badestelle Hamburger Hallig liegt knapp zehn Kilometer entfernt.

Lorenz Haustedt: Chronik von Bordelum und den Fürstlich Reußischen Kögen, Bordelum 1899.
Chronik von Bordelum. Die Gemeinde Bordelum von 1867 bis 1945. Hrsg. von der Gemeinde Bordelum 1986.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 29.12.2001.








Nordfriesland-Datenbank.de powered by NordfiiskInstituut.de

Nordfriisk Instituut

Impressum Haftungsausschluss