Arlewatt

(fries.: Alwat, dän.-mundartlich: Arlvad, Alevad) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Arlewatthof, Arlewattheide und Arlewattfeld gehört zum Amt Nordsee-Treene und liegt am Geestrand etwa sieben Kilometer nordöstlich von Husum. Auf einer Fläche von 568 Hektar leben 340 Einwohner (2008). Der seit der Jungsteinzeit bekannte Siedelplatz bedeutet "Furt durch die Arlau". Fundreste deuten auf alte Anlagen zur Eisengewinnung hin. 1466 wurde Arlewat erstmals urkundlich erwähnt. Im Wiesengelände bei Arlewatthof sind noch die Gräben des ehemaligen "Schlosses Arlewatt" zu finden, das vor rund 700 Jahren hier gestanden haben soll. Luftbilder erbrachten westlich des "Schlosses" eine weitere Burg mit geschleiften Burgwällen. Theodor Storm setzte 1883 mit seiner Novelle "Zur Chronik von Grieshuus" dem "Adelssitz" ein Denkmal. Im späten Mittelalter war Arlewatt ein adeliges Gut, das 1627 in den Besitz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf gelangte. Es diente als staatlicher Landbesitz, als Domäne, deren Einkünfte in den Staatshaushalt flossen. 1772 wurde sie in Parzellen aufgeteilt. An der Stelle des ehemaligen Herrenhauses entstand 1735 ein Haubarg, der nördlichste an der schleswig-holsteinischen Westküste.
Arlewatt hat sich kommunalpolitisch mit den Nachbargemeinden Horstedt und Olderup zu den "Osterdörfern" zusammengeschlossen. Gemeinschaftseinrichtungen sind der Kindergarten in Olderup, die Grundschule in Horstedt sowie das Sportzentrum und das neue Dörfergemeinschaftszentrum in Arlewatt. Wirtschaftlich bestimmen noch sieben landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe, mehrere Nebenerwerbsbetriebe sowie ein halbes Dutzend Gewerbetreibende das Ortsbild. Zunehmend wird auf Fremdenverkehr gesetzt. Als Attraktion dienen die vier stillgelegten Kiesgruben südlich der Arlau und östlich von Arlewatthof, die im Sommer zum Baden und im Winter zum Schlittschuhlaufen einladen.

Chronik der Gemeinde Arlewatt. Hrsg. von der Arbeitsgruppe "Chronik der Gemeinde Arlewatt". Die Schule, Arlewatt 1990. Das Brandwesen, Arlewatt 1994.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 3.3.2001.








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