Archsum

(fries.: ?richsem) Das Dorf gehört seit 2009 zur Amtsfreien Gemeinde Sylt im Amt Landschaft Sylt. Es liegt rund sechs Kilometer südöstlich von Westerland zwischen Morsum und Keitum. Auf einer Fläche von 679 Hektar leben rund 270 Einwohner (2007). Archsum bedeutet "Siedlung des Arke oder Erke". Urkundlich erwähnt wurde Arxum erstmals 1462 im Zinsbuch des Bischofs von Schleswig. Grabungsfunde in den 1930er Jahren erbrachten, dass eine Besiedlung bereits seit der Jungsteinzeit bestand. 1969-74 führten Archäologen in Alt-Archsum umfangreiche Ausgrabungen durch, die eine über 3 000-jährige Geschichte hervorbrachten. Das "Troja des Nordens" offenbarte u. a. Zeugnisse aus der Stein- und Bronzezeit, Hinweise auf eine etwa 2 000 Jahre alte Siedlung und auf ein Dorf, das vermutlich zwischen 700 und 1000 n. Chr. bestanden hat. Die letzten Reste der rund 2 000 Jahre alten Archsumburg wurden wahrscheinlich 1860 abgetragen.
Landwirtschaft und Seefahrt bildeten lange die Lebensgrundlagen der Bewohner Archsums. Mit den Erfolgen vor allem im Walfang stieg die Einwohnerzahl bis 1745 auf 259, darunter 40 Seefahrer. Bei der Verkoppelung 1787 wurden 54 Hausbesitzer gezählt. Viele noch erhaltene Friesenhäuser sind ehemalige Bauernhöfe und Ruhesitze Sylter Kapitäne. Immer wieder wurde Archsum von schweren Sturmfluten heimgesucht. Missernten waren die Folge und die Vernichtung von Hab und Gut, bis schließlich 1937 der Nössekoog entstand. Seit 1961 ist Archsum Luftkurort, für den der Fremdenverkehr eine immer wichtigere wirtschaftliche Rolle spielt.

Harck/Kossack/Reichstein 1992, Leonhardt 1980, Kossack/Harck/Reichstein 1975, Reichstein 1996, Rinken 1992, Thaysen 2001.

Friesische Straßennamen in Archsum und ihre Bedeutung:
Bop Terp: Flurname, "oberhalb des Dorfes"; bop = oberhalb; T?rp = Dorf.
Borig: "Burg"; ehemaliger kreisförmiger Erdwall aus frühgeschichtlicher Zeit.
Green: "Grün", Weideplatz; green = grün.
Gremsgöör: Flurname, Bedeutung unbekannt.
Heleeker: Flurname, vermutlich "abschüssiger Acker"; Eeker = Acker.
Jöljarm: Flurname, Bedeutung unbekannt; älter auch Jöljelm; Jöl = Feuer, aber unsicher, ob dies hier vorliegt (vgl. Jölbröch, Morsum); -jarm eine Nebenform von Jerem = Arm.
Klaampshörn: Flurname, "Schoberecke"; Klaamp = größerer Heu- oder Strohhaufen; Hörn = Ecke.
Melnknop: Flurname, "Mühlenkuppe"; Meln = Mühle; Knop = eine Erhöhung im Gelände.
Möösgraav: "Moorgraben"; Möös = Moor, Sumpf; Graav = Graben.
Teft: "Hauskoppel", in Hausnähe liegende Weide.
Uaster Reeg: "Ostreihe"; Uaster = Ost(er)-; Reeg = Reihe.
Walseekerstich: "Weg nach dem Wallsacker"; Walseeker Flurname; Wal = Erdwall; Eeker = Acker; Stich = Fahrweg.
Weesterstich: "Westweg"; Weester = West(er)-; Stich = Fahrweg.
Weetstich: "Weg zur Flur Weet"; Weet Flurname, Bedeutung unbekannt; Stich = Fahrweg.








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