Ahrenviöl

(fries.: Årnfjål, dän.-mundartlich: Arenfjøl) Die mit 44 Metern über dem Meeresspiegel höchstgelegene nordfriesische Gemeinde im Amt Viöl liegt etwa vier Kilometer südöstlich von Viöl und hat 500 Einwohner (2008) auf einer Fläche von 1 011 Hektar. Sie wurde 1352 erstmals erwähnt als Villa Arenfjold; Fjolde des Arni bedeutet "wo sich die Adler aufhalten". Reste dreier steinzeitlicher Grabhügel und ein spätbronzezeitliches Urnengrab deuten auf eine frühe Besiedlung der hohen Geest Nordfrieslands hin. Der Flurname Gammelgaard und Reste eines später aufgefüllten Grabens im Norden des Dorfes lassen auf einen dort vermuteten Adelshof schließen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner eine Zwangsevakuierung, als die Alliierten für zehn Monate das Dorf zum Sammelplatz für Zwangsarbeiter aus Polen und Russland machten. Heute charakterisieren Adressen wie "Krüschens", "Gretjens", "Brues" oder "Peterklatschens" den Ort, auch wenn diese Haus- und Hofbezeichnungen kaum noch Ähnlichkeit mit den heutigen Bewohnern haben. Die 15 landwirtschaftlichen Vollerwerbs- und sechs Nebenerwerbsbetriebe setzen vorwiegend auf die Milchwirtschaft. Während die Dorfschule 1964 zu Gunsten einer gemeinsamen Schule im südlichen Nachbarort Ohrstedt geschlossen wurde, hält sich bis heute neben zwei Gastwirtschaften noch ein Dorfladen. Der älteste Verein ist die Schützengilde von 1586. Warum Ahrenviöl keine Kirche besitzt, erklärt die Sage. So sollen einst die umliegenden Ortschaften beschlossen haben, dort eine Kirche zu errichten, wo sich zwei zusammengebundene Stiere zur Nacht niederlassen. Die Einwohner von Schwesing sollen dabei allerdings etwas nachgeholfen haben und die Bullen in ihr Dorf gelockt haben. Ein bekannter Sohn Ahrenviöls ist Christian Wilhelm Christiansen (1885-1966), Mittelschullehrer und Dozent für Pflanzengeographie und -soziologie an der Universität Kiel.

Volker Henningsen: Chronik der Gemeinde Ahrenviöl, Ahrenviöl 1984.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 6.1.2001.

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