Sönke-Nissen-Koog

Bedeichungsjahr: 1925, Größe: 1 140 Hektar, Deichlänge: rund 8,5 Kilometer. Vor den Reußenkögen wurde die Aufschlickung des Vorlandes dadurch gefördert, dass 1859 mit dem Bau eines Damms zur Hamburger Hallig begonnen worden war. Doch die Bedeichung - die letzte in bäuerlicher Initiative und auf genossenschaftlicher Grundlage - des Kooges konnte erst in Angriff genommen werden, als 1922 der Eisenbahningenieur Sönke Nissen der Deichbaugenossenschaft beitrat und einen Teil seines Vermögens in die Finanzierung einbrachte. Nissen starb, noch bevor im April 1924 der erste Spatenstich erfolgte. Der Deich wurde bereits ein Jahr später auf ganzer Länge geschlossen, musste aber 1926 noch stark nachgebessert und auf die erforderliche Sturmfluthöhe gebracht werden. Mit dem Sönke-Nissen-Koog fügte sich nun der letzte Baustein in das Bredstedter Werk, diesen bereits von König Christian IV. (1577-1648) von Dänemark im 17. Jahrhundert zweimal vergeblich gemachten Versuch, in einem Zug einen Deich von der Hattstedtermarsch nach Ockholm zu schlagen. Die zu Nissens Nachlass gehörenden sieben Höfe benannte man nach Bahnstationen im ehemaligen Deutsch- Südwestafrika (heute Namibia). Durch die weißen Häuser mit ihren hellgrünen Dächern aus Pfannenblech erhielt der sehr fruchtbare Koog eine unverwechselbare Ausstrahlung. Zu dieser gelungenen Billiglösung musste man greifen, als sich ankündigte, dass sich der Deichbau nahezu verdreifachen würde. Am 7. August 1939 bekam der Koog historische Bedeutung, als der schwedische Industrielle Birger Dahlerus (1891-1957) auf seinem Hof "Elisabethbay" den NS-Generalfeldmarschall Hermann Göring (1893-1946) mit einer britischen Delegation zusammenführte - erfolglos, was die Verhinderung des drohenden Krieges betraf.

Nis Paulsen: Sönke Nissen-Koog 1924-1974, Breklum 1974.








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