Gotteskoog

(fries.: Gutskuuch/Gotskuuch = "im Namen Gottes" begonnene Bedeichung), Bedeichungsjahr: 1566, Größe: 9 435 Hektar, Deichlänge: rund 11 km. Der Gotteskoog wurde durch einen Norderdeich zwischen Bevertoft und Rosenkranz und einen Süderdeich zwischen Emmelsbüll und Niebüll gewonnen. Das Land verteilte sich auf die drei beteiligten Harden, weshalb auch von einem Wiedingharder, einem Bökingharder und einem Karrharder Gotteskoog gesprochen wird. Zu nutzen war der Koog wegen großer Entwässerungsprobleme zunächst kaum. Das Kerngebiet besteht aus einer Senke, in der sich das Süßwasser aller Nachbargebiete sammelte und den Gotteskoogsee bildete. Die Bewohner dieser amphibischen Landschaft entwickelten eine am Wasser orientierte Lebensweise, Hauptfortbewegungsmittel waren Boote. Eine erste Entwässerung gelang 1622 mit dem Rollwagensielzug. Im 18. Jahrhundert wurde der Gotteskoogstrom gebaut, der den Zufluss des Geestwassers in den Koog verhinderte. Die eigentliche Trockenlegung des Gebiets ließ aber bis ins 20. Jahrhundert auf sich warten, und erst in den 1930er Jahren nach der Erbauung zweier Schöpfwerke (Verlath und Hemenswarft) begann langsam eine systematische Besiedlung des Kooges. Große Flächen der Marsch waren durch die jahrhundertelange Feuchtigkeit verbrackt und mussten vor ihrer Nutzung erst saniert werden. Wegebau, landwirtschaftliche Nutzflächen und ausgedehnte Fichten-, Lärchen- und Erlenwälder schafften eine völlig veränderte Landschaft. In den 1970er Jahren setzte mit dem Aufkommen des Naturschutzgedankens eine umgekehrte Entwicklung ein und man begann, mit Renaturierungsmaßnahmen neue Lebensräume für bedrohte Tiere und heimische Pflanzen zu schaffen. Zusammen mit den angrenzenden Seegebieten um Kahlebüll, Aventoft, Haasberg, Hülltoft und Ruttebüll ist bis 1992 ein rund 800 Hektar umfassendes Biotop internationaler Bedeutung entstanden, in dem neben Kampfläufer, Graugans und Trauerseeschwalbe auch der Kranich wieder zum Stammgast geworden ist. Das Vogelschutzgebiet steht als einziges in Schleswig-Holstein nicht unter Naturschutz.

Malene Gottburgsen und Wolfgang Hassenpflug: Der Gotteskoog. Landschaft und Bewohner im Wandel der Jahrhunderte, Bad Honnef 1991; Moin Moin, 30.9.1992.








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