Moderne

Nie zuvor in der Geschichte Europas hat sich im alltäglichen Leben der Menschen so viel so tiefgreifend und so schnell verändert wie in den letzten 100 bis 200 Jahren. Gerade für eine ländliche Region wie Nordfriesland hat sich das Tempo dieser Veränderung in der Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg noch erheblich beschleunigt.
Seit etwa 3000 v. Chr. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war die Grundlage für den Lebensunterhalt für über 90 Prozent der Menschen in Nordfriesland unmittelbar die Landwirtschaft. Das Leben wurde nachdrücklich geprägt durch die natürlichen Rhythmen der Jahreszeiten und der Witterung und durch die Notwendigkeiten von Saat und Ernte.
Nach dem Übergang Schleswig-Holsteins an Preußen und Deutschland 1864/1871 wurde Nordfriesland zu einem abgelegenen Teil eines aufstrebenden Industriestaates. Damals waren noch über 60 Prozent seiner arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, bis 1925 war dieser Prozentsatz auf unter 50 gefallen, um 1960 auf etwa 30 Punkte. Seit Anfang der 1990er Jahre beträgt der Anteil der landwirtschaftlichen Arbeitnehmer weniger als zehn Prozent, 1998 wurde er mit ganzen drei Prozent beziffert. Der Strukturwandel wurde gefördert durch die Flurbereinigung und andere etwa im Zuge des Landesentwicklungsunternehmens "Programm Nord" vorgenommenen Maßnahmen. Auch in der Landwirtschaft hat eine hochgradige Arbeitsteilung stattgefunden, so dass der Bauer am Computer die Fütterung in seinem Großstall programmieren kann, während der spezialisierte Lohnunternehmer in seinem Auftrag die Ernte einbringt.
Die wirtschaftlichen Veränderungen brachten entscheidende gesellschaftliche Wandlungen mit sich. Der Fremdenverkehr stellte eine immer stärkere Verbindung zu den ökonomischen Zentren her, bei deren Bewohnern gerade Nordfriesland als Erholungsraum und als Zweit- und Alterswohnwohnsitz beliebt ist. Mehr als 50 Prozent der Arbeitnehmer in Nordfriesland sind im Dienstleistungssektor tätig, wobei der Tourismus ein deutliches Übergewicht hat.
Am 22. März 1888 feierten die treuen Untertanen auf Hooge den Geburtstag ihres Kaisers. Wilhelm I. war aber schon am 9. März verstorben. Wegen starken Eisgangs waren die Halligen wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten und erfuhren nichts von ihr. Drei bis vier Generationen später gehören Fernsehen und Internet dort ebenso selbstverständlich zum Alltag wie irgendwo auf dem Festland.








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