Friesischer Unterricht

Offizielle Schulsprache war in Nordfriesland seit der Reformation das Niederdeutsche, seit dem 17. Jahrhundert das Hochdeutsche. Sicherlich bedienten sich viele Lehrkräfte auch des Friesischen, was jedoch schon in der Zeit des dänischen Gesamtstaats mehrfach durch die Regierung beanstandet wurde. Im Jahr 1900 wurde erstmals regulärer friesischer Schulunterricht gefordert, und zwar auf Sylt, wo die Sprache durch den Fremdenverkehr besonders stark gefährdet war. Von 1909 an wurden an den Sylter Schulen erstmals reguläre friesische Stunden erteilt. Es ergaben sich jedoch schnell politische Verwicklungen. Der preußische KindergartenKultusminister verbot den Friesischunterricht an der Volksschule in Westerland. Denn als Leitbild galt die nationale und sprachliche Einheitlichkeit.
Im Jahre 1928 führte die Regierung in Schleswig eine regelmäßige friesische Wochenstunde an den Schulen im nordfriesischen Sprachgebiet ein. Verdienste um die Förderung des friesischen Unterrichts erwarb sich insbesondere der Lehrer Albrecht Johannsen. In der Zeit des Nationalsozialismus ging der friesische Unterricht zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er wieder aufgenommen. Ein gezielter Ausbau durch Kultusministerium und Schulamt setzte 1976/77 ein, beginnend wiederum auf Sylt. Im Schuljahr 2006/07 nahmen etwa 1100 Schüler teil. Der Unterricht beschränkt sich jedoch fast ganz auf die Grundschulklassen und wird an den weiterführenden Schulen kaum angeboten. Angehende Lehrkräfte können das Fach Friesisch an der Universität Flensburg (für Grund- und Hauptschulen, Realschulen) und an der Universität Kiel (für Realschulen, Gymnasien) studieren. Seit den 1990er Jahren wird die friesische Sprache auch in Kindergärten berücksichtigt.
Für Erwachsene besteht die Möglichkeit, die ursprüngliche Sprache der Region in Kursen zu erlernen. Sie werden von den friesischen Vereinen, Ortskulturringen, Volkshochschulen angeboten.








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