Ekke Nekkepenn

Ekke Nekkepenn (urspünglich Eie oder Eike) ist der nordfriesische Meergott. Auf der Grundlage alter Erzählungen überlieferte der Sylter Chronist C. P. Hansen einige sagenhafte Geschichten. Danach soll Ekke Nekkepenn genau wie seine Gemahlin Ran eine hässliche, walrossähnliche Gestalt aufgewiesen haben, was ihn jedoch wenig kümmerte. Von Zeit zu Zeit begab er sich an Land, um hübschen Mädchen nachzustellen. Seine Frau saß auf dem Meeresgrund und mahlte Salz, wovon die Nordsee so salzig geworden ist. Manchmal mahlte sie so heftig, dass ganze Schiffe in die Tiefe gerissen wurden. Zur Besänftigung der Meeresgötter benannte man die Siedlungen Eidum (Eie) und Rantum (Ran) nach ihnen. Das war ein Fehler, denn mit Sturmfluten und Flugsand holten die Meeresgötter sich nun ihr vermeintliches Eigentum. Eidum ging in der Allerheiligenflut 1436 unter, und bald darauf wurde das alte Rantum unter Dünensand begraben.
In einer anderen Sage gerät Ekke Nekkepenn in eine Geschichte, die rumpelstilzchenhafte Züge trägt. Der Meermann hatte sich die hübsche Inge von Rantum als Frau ausgesucht. Das Mädchen war darüber sehr verzweifelt. Der Meergott ließ sich auf einen Handel ein. Er wollte sie verschonen, wenn sie seinen Namen erraten würde. Als die junge Frau eines Abends traurig in den Dünen umherging, hörte sie Ekke Nekkepenn singen und auch seinen Namen rufen. Damit war Inge gerettet, und der Meermann verschwand laut grollend gegen alle Rantumer in den Fluten. Seither soll er alles unternehmen, um ihnen zu schaden, versenke ihre Schiffe und schicke Stürme und Flutwellen. Rantum musste in den letzten tausend Jahren tatsächlich mindestens dreimal nach Osten verlegt werden.








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