Denghoog

Das steinzeitliche, seit 1928 von der Söl'ring Foriining betreute Denkmal liegt in Wenningstedt gleich neben der Friesenkapelle beim Dorfteich. Das rund 5 000 Jahre alte Grab gehört zu den bedeutendsten seiner Art in Nordeuropa. Der friesische Name setzt sich aus den Bestandteilen Hoog = Grabhügel und Deng = Wiese zusammen, wie der Niebüller Heimatforscher Albert Panten 2005 berichtete. Als Beweis dienten ihm ein Mahn- und Hebungsbuch der Kirche zu Keitum von 1636, in dem zwei Ammersaat Land "by nortenge hoch" verzeichnet sind und das Erdbuch des Kirchspiels Keitum von 1778/86, das eben dieses Land "Osten Denghoog" beschreibt. "Nortenge hoch" bzw. zusammengezogen und verkürzt Denghoog bedeutet demnach "Grabhügel in der Norderwiese", wofür auch die Lage des Megalithgrabes spricht.
Als 1868 der Hamburger Nahrungsmittelchemiker Ferdinand Wibel (1840-1902) eine Grabung durchführte, war der Denghoog "ein einsam gelegener Hügel, der sich hoch über das umgebende Ackerland erhebt". Heute ist er von der Wenningstedter Bebauung umschlossen. Die knapp zwei Meter hohe, etwa fünf Meter lange und drei Meter breite Grabkammer ist begehbar. Zwölf seitliche Steine tragen die drei Decksteine. Ein sechs Meter langer, nur ein Meter hoher Gang führt in die Kammer hinein. Bedeckt ist sie durch einen drei Meter hohen, rundlichen Erdhügel. Wibel fand Teile von menschlichen Skeletten sowie Reste von Bestattungen und zahlreiche Beigaben. Zu den Fundstücken gehörten weiter Trichterbecher und andere Tongefäße, Flintbeile, Meißel, Feuersteinklingen, Bernsteinperlen sowie eine Keule aus grünlichem Porphyr. Ein Teil der Funde ist im Sylter Heimatmuseum in Keitum zu sehen.








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